Suche und Sicherung von Geruchsspuren
Geruchsspuren sind an solchen Stellen zu sichern, wo ihre stärkste Konzentration zu erwarten ist. Sie sollten möglichst frei von weiteren Geruchsüberlagerungen sein, über ihre Entstehung sollte nach Möglichkeit Klarheit bestehen.
Das planmäßige Suche nach Geruchsspuren, hat eine gedankliche Rekonstruktion des Ereignisses vorauszugehen. Geruchsträger (Artikel) im Originalzustand haben den Vorrang vor denen welche erst gesichert werden müssen.
Bei der Suche sind entsprechend der Ereignisort und Umgebung, sowie Zu- und Abgangswege und die Situation mit einzubeziehen.
Geruchsspuren treten im besonderem Maße an solchen Stellen auf,
- wo längere intensive Kontakte zwischen der zu suchenden Person und ihrer Umwelt stattfanden;
- an berührten Gegenständen;
- an Verweilpunkten;
- an zurückgelassenen, verlorenen oder weggeworfenen Gegenständen.
Sollten keine Originalgeruchsträger der zu suchenden Person vorhanden sein, so müssen, unter Vermeidung einer Körperberührung, Geruchsspeicher ( sterile Mullkompressen) mittels Klemmzange oder langer Pinzetten direkt auf den Spurenträger aufgebracht werden. Zusätzlich sollte wenn möglich der Geruchsträger mit Alufolie umwickelt werden, um einen sauberen Geruchsaustausch zu ermöglichen.
Kontaktzeit zwischen Geruchträger und Spurenträger:
- der Materialbeschaffenheit des Spurenträgers
- dem Alter der Spur ( auch Gegenstand)
- der Konzentration der GS( abhängig von der Intensität der Einwirkung und der Kontaktzeit zwischen dem Spurenverursacher und dem Spurensträger)
- der Größe des Spurenträgers
- den Umweltbedingungen( Temperatur, Feuchtigkeit, Luftbewegung u.ä.)
In der Regel hat die Kontaktzeit 120 Min. zu betragen , ein Unterschreiten der Einwirkzeit von 30 Min sollte vermieden werden. Bei der Suche und Sicherung ist darauf zu achten, das eine nachträgliche Verunreinigung der Luft z.B. durch Rauchen, Kfz-Abgase usw. nicht zugelassen werden!


